Mein Lebenswerk
Liebe Besucherinnen und Besucher,
ich freue mich, Ihnen in diesen Räumen mein Lebenswerk vorstellen zu können. Ja, in der Tat, ich möchte Ihnen zeigen, was ich in unzähligen Stunden meines Lebens Interessantes zusammengetragen habe.
Ich stamme aus einer Lehrerfamilie. Mein Urgroßvater Joseph Weber, war zunächst Lehrer in Butzweiler und wurde später dann nach Eisenach versetzt. Sein Sohn Peter Weber wurde Lehrer in Illingen/ Uchtelfangen (übrigens war meine Schwester Gisela bis zu ihrer Pensionierung ebenfalls im Lehrerberuf tätig), sein anderer Sohn, mein Großvater Nikolaus, baute später, im Jahr 1897, für sich und seine Familie hier in Eisenach diesen landwirtschaftlichen Betrieb auf. Es war eine Selbstverständlichkeit, dass dessen Sohn Willi, mein Vater, und seine Frau Maria diesen Hof weiter bewirtschafteten.
Der 2. Weltkrieg ging auch an unserer Familie nicht ohne Leid vorbei.
Mein Vater Willi behielt durch eine Schussverletzung ein gelähmtes Bein, was ihn sein ganzes Leben lang behindern sollte. Körperlich konnte er daher seine ganz Kraft nicht mehr für den Hof einsetzen, war aber technisch so begabt, dass er immer wieder, noch spät am Abend, in seiner Werkstatt tüftelte, um seine Ideen in die Tat umzusetzen. So konnte er meiner Mutter, die ja die harte Arbeit auf dem Hof bewältigen musste, diese zumindest etwas erleichtern. In dieser Ausstellung können Sie einige dieser umgesetzten Ideen bewundern.
Durch die Verwundung meines Vaters musste ich schon mit jungen Jahren in Haus und Flur Verantwortung für unseren landwirtschaftlichen Betrieb übernehmen. Dass ich dieses tat, war für mich selbstverständlich und ich habe es nie bereut, zumal ich mit meiner Ehefrau Hildegard eine wertvolle Stütze fand. Und das nicht nur in beruflicher Beziehung, ich hatte immer ihr „Ja“, wenn es um die Umsetzung meiner vielen Interessen ging.
Schon in der Schulzeit waren meine liebsten Fächer Heimatkunde und Geschichte. Dazu muss ich anmerken, dass mein Vater Schüler bei einem ausgewiesenen Kenner unserer Heimatgeschichte war, Lehrer Antz. Dessen Begeisterung fiel bei seinen Schülern auf fruchtbaren Boden. Ob Steinzeit, Eisenzeit, Römerzeit, alles stand auf seinem Plan. Besonders die Franken, die Gründer unseres Dorfes, waren sein Thema in der Heimatkunde. Er war es auch, der erstmals in unserer Dorfgeschichte, die Schüler anregte, nach Werkzeugen unserer Vorfahren auf den Feldern zu suchen. Nach dem Motto „der Himmel ist blau, das Wetter ist schön, Herr Lehrer wir wollen spazieren geh‘ n“, ging es raus in Wald und Feld. Hunderte Steinbeile wurden im Laufe der Zeit gefunden und im Trierer Museum abgeliefert. Ein interessierter Echternacher Arzt soll statt Geld über 500 Steinbeile aus Eisenach für seine Behandlungen erhalten haben, in bester Qualität.
Was in diesen Jahren nicht gefunden wurde, waren Werkzeuge aus Flint oder auch Feuerstein genannt. Für mich ein Glück, denn diesen Werkzeugen galt mein besonderer Blick. Als ich meine erste Pfeilspitze fand, sagte mein Vater: „Verwahre sie gut, wir haben früher immer danach gesucht, aber keine gefunden!“ Und ich habe noch viele Pfeilspitzen gefunden, wie Sie hier in den Vitrinen sehen können.
Dass ich nicht nur an Dingen aus der Vorgeschichte unseres Dorfes interessiert war und bin, werden sie ebenfalls in diesen Räumen sehen können.
Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich in all den Jahren unterstützt haben, so dass ich Ihnen dieses, mein Lebenswerk, hier und heute präsentieren kann. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Entdecken!
Werner Weber

